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Dezember 27

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Linkslastigkeit – Rechtslastigkeit – was ist das eigentlich?

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Also. Was bedeutet linkslastig oder rechtslastig, links,-oder rechtsstehend bei Hunden? Wo liegen Vorteile? Wo die Nachteile? Wo kommen die Begriffe her?

Die Begriffe links- und rechtslastig stammen eigentlich von den sogenannten Boniturkarten (siehe Bild) der früheren DDR-Hunde für Körungen bzw. Zuchtzulassungen und Nachkommens-Beurteilungen.

Boniturkarte

Auf der Boniturkarte war eine Art Halbkreis (siehe Bild) dargestellt. Der Halbkreis war oben und eine Art Zeiger, der je nach Eigenschaft und Veranlagung des Hundes, mehr nach links oder mehr nach rechts zeigte.

Der DDR-Hundezüchter und Buchautor Werner Dalm hat diese Boniturkarte mit dem Halbkreis in seinem Buch "Die Zucht des Deutschen Schäferhundes in der ehemaligen DDR" (siehe Bild), dargestellt.

Die Zahlen beliefen sich dabei von 0-9 bei der allgemeinen Wesensveranlagung (selbes auch für Körperbau usw.) und 1-5 bei der Schärfe und Härte die gesondert gewertet wurden. Diese Zahlen standen nach einem Schrägstrich hinter dem allgemeinem Wesen.

Trotz das Härte und Schärfe gesondert gewertet wurde, hatten jene Einfluss auf die allgemeine Bewertung. Ein Hund mit einer /22 (wenig Schärfe, wenig Härte) konnte folglich nie ein 5er Hund sein. Das war die angestrebte Wertmessziffer für den Ost-DSH und die ihn beschreibt mit: "ausgeglichen, gutartig, sehr hart gegen Einwirkungen".

Hier nähern wir uns auch schon den Begriffen links und rechts.

Bei einer Skala von 0-9 steht die 5 mittendrinnen.

  • Alles unter 5 ist linksstehend, oder linkslastig.
  • Alles ab 5 rechtsstehend oder rechtslastig.

Das ist erstmal die kurze Erklärung!

In der sportlichen Hundewelt wird man sich jetzt also wieder verwundert die Augen reiben und es nicht glauben können, dass diese Begriffe aus dem Zuchtsystem der ehemaligen DDR stammen.

Zu einfach war bislang die Erklärung, dass ein Hund, mit einer kurzen "Zündschnur" der sich auch gerne mal zum Hundeführer umdreht.... als linkslastig bezeichnet wurde. Also ein Hund, der die gewünschte Härte mitbringt und schwerer zu händeln ist. Ggf. sind seine Fähigkeiten im Bereich der Spiel- und Beutemotivation nicht so ausgeprägt wie bei den sogenannten rechtslastigen Hunden, welche man auch mehr soziale Kompetenz angedichtet hat.

Auch weitere Eigenschaften sollten diesen Hunden zugeschrieben werden, zum Beispiel in Bezug auf die einfachere Ausbildung eines rechtslastigen Hundes, die doch wohl eher Ursprung eines kynologischen Halbwissens sind. Es ist wie überall, es wird gerne etwas dazu gedichtet, gerne etwas hinzugefügt, was den eigenen Vorstellungen entspricht. Belegt sind alle diese Hypothesen nicht.

Diese Beschreibung solcher Hunde diente doch eher dazu, diesen schneller einordnen zu können. Sprich sein Wesen zu beurteilen. Und das sind Dinge die kynologisch belegt sind:

Unter den Begriff „Wesen" fallen alle angeborenen und erworbenen körperlichen und seelischen Anlagen, Eigenschaften und auch Fähigkeiten, die ein Hund genetisch mitbringt oder sich im Laufe des Lebens erworben hat und die das Verhalten mit und in seiner Umwelt regeln.


Die Voraussetzungen, die ein Hund für eine Ausbildung zum Diensthund mitbringen muss, sind:

  • Leistungsfähigkeit des Bewegungsapparates
  • Leistungsfähigkeit der inneren Organe
  • Leistungsfähigkeit der Sinnesorgane
  • Leistungsfähigkeit des Nervensystems

Diese sich hieraus ergebenden Erfahrungen bauen sich wie folgt in drei Bereiche auf:

  • Konstitution
  • Trieb- und Instinktveranlagung
  • Leistungsfähigkeit des Gehirns

Diese Bereiche sind im Erbgut jedes einzelnen Hundes verankert, also eine genetisch bedingte Eigenschaft.

Die Konstitution ist individuell und von der Rasseabhängig und natürlich von Hund zu Hund auch noch einmal unterschiedlich.

Sie zeigt sich in der Reaktionsbereitschaft des einzelnen Hundes, bedingt dadurch seine Leistungsfähigkeit, welche wiederum die Grundlage ist für:

  • Temperament
  • Härte oder Weichheit
  • Ausdauer


Das Temperament ist die Beweglichkeit auf psychischer Basis auf verschiedene Umweltreize.

Härte bedeutet, sich von unangenehmen Erlebnissen und Erfahrungen nicht beeindrucken zu lassen, sie hinzunehmen und hat nichts mit dem Prüfen einer übertriebenen Übung im Schutzdienst zu tun.

Weichheit bedeutet, sich von Schmerzen, negativen Erlebnissen und Ereignissen, die Angst erzeugt haben, nachhaltig und stark beindrucken zu lassen.

Ausdauer bedeutet, eine begonnene Tätigkeit zu Ende zu bringen und körperliche und psychische Anstrengungen zu überwinden und Ermüdungserscheinungen zu verdrängen.


Copyright Text und Bilder: Karl-Heinz Klöpper - DOGINARE


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