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Glossar zur Spürhundarbeit – Begriffe verständlich unterscheiden

Dieses Glossar unterstützt die Lektüre der DOGINARE-Texte zur Geruchsarbeit. Es erläutert grundlegende Begriffe und weist darauf hin, wo Ausdrücke je nach Sprache oder Fachgebiet unterschiedlich verwendet werden. Die Einträge bilden keine verbindliche Norm. Für eine konkrete Ausbildung oder Prüfung müssen die dort geltenden Definitionen und Bewertungskriterien maßgeblich bleiben.

Zielsubstanz und Zielgeruch

Eine Zielsubstanz ist das Material, auf das sich eine Suchaufgabe bezieht. Zielgeruch bezeichnet dagegen den für die Aufgabe relevanten Geruch. Material und Geruch sind deshalb nicht einfach zwei Wörter für dieselbe Sache. Wer einen Aufbau dokumentiert, sollte erklären, welches Material verwendet wurde und wie die Suchaufgabe definiert war.

Geruchsquelle und Geruchsträger

Als Geruchsquelle wird hier der Ort oder das Objekt bezeichnet, von dem die für die Suche relevante Geruchsinformation ausgeht. Der Ausdruck Geruchsträger wird in der Praxis unterschiedlich gebraucht. Er kann beispielsweise ein Material oder einen Gegenstand meinen, der Geruch abgibt. Eine genaue Beschreibung ist hilfreicher als die Annahme, dass jeder Beteiligte dasselbe darunter versteht.

Odor und scent

Die englischen Wörter odor und scent überschneiden sich in ihrer Bedeutung. Ihre Verwendung hängt vom jeweiligen Zusammenhang ab. Eine starre Übersetzungsregel, nach der eines ausschließlich Zielgeruch und das andere ausschließlich Hintergrundgeruch bedeutet, ist für Fachtexte nicht zuverlässig. Entscheidend ist, wie der Ausdruck im konkreten Text definiert und verwendet wird.

Suchverhalten und Anzeigeverhalten

Suchverhalten umfasst die beobachtbaren Handlungen des Hundes während der Suche. Anzeigeverhalten bezeichnet die erlernte Reaktion, die innerhalb der festgelegten Aufgabe als Anzeige gewertet wird. Eine erhöhte Aufmerksamkeit oder eine Änderung des Suchtempos ist damit noch nicht automatisch eine bestätigte Anzeige. Für die Auswertung braucht es eindeutige Kriterien.

Passive und aktive Anzeige

Diese Begriffe beschreiben unterschiedliche Formen des Anzeigeverhaltens. Eine passive Anzeige kann beispielsweise ein Verharren sein; unter einer aktiven Anzeige werden je nach Ausbildungszusammenhang andere sichtbare Verhaltensweisen verstanden. Welche Form vorgesehen ist, hängt von Aufgabe und Sicherheitsanforderungen ab. Der Begriff allein sagt noch nichts über die Zuverlässigkeit eines Teams aus.

Verleiter und Ablenkung

Ein Verleiter ist im jeweiligen Training ein gezielt berücksichtigter Reiz, auf den keine Zielanzeige erfolgen soll. Eine Ablenkung kann darüber hinaus auch durch Umgebung, Bewegung oder andere Einflüsse entstehen. In einer Dokumentation sollte möglichst konkret beschrieben werden, welcher Reiz gemeint ist. „Viele Verleiter“ ist ohne weitere Angaben nur schwer auswertbar.

Blind- und Doppelblindaufbau

Bei einem Blindaufbau wird das Wissen bestimmter Beteiligter über die Aufgabenlösung begrenzt. Im Doppelblindaufbau betrifft dies typischerweise den Hundeführer und die unmittelbar beteiligte Beobachtung beziehungsweise Bewertung. Die genaue Durchführung muss beschrieben werden: Wer kennt die Lösung, wer steht mit dem Team in Kontakt und wann wird aufgelöst? Die Bezeichnung allein genügt nicht als Qualitätsnachweis.

Treffer, Fehlanzeige und Auslassung

Ein Treffer setzt voraus, dass das Ergebnis nach vorher festgelegten Kriterien als richtig gewertet werden kann. Eine Fehlanzeige bezeichnet im kontrollierten Prüfaufbau eine gewertete Anzeige unter Bedingungen, in denen sie nicht vorgesehen war. Eine Auslassung betrifft einen nach den Kriterien nicht angezeigten Zielreiz. Außerhalb kontrollierter Bedingungen kann die tatsächliche Ausgangslage unklar bleiben; fehlende Bestätigung ist deshalb sorgfältig zu beschreiben.

Geruchsfahne und Suchumgebung

Der Begriff Geruchsfahne beschreibt die räumliche Verteilung von Geruch in bewegter Luft. Er sollte nicht als Zusage einer gleichmäßigen oder jederzeit sichtbaren Spur verstanden werden. In einer fachlichen Beschreibung sind die Umgebung und beobachtbare Veränderungen wichtig. Aussagen darüber, was der Hund im Einzelfall wahrgenommen hat, benötigen eine vorsichtige Einordnung.

„Geruchsjäger“ als beschreibender Begriff

DOGINARE verwendet „Geruchsjäger“ als anschaulichen Begriff im Zusammenhang mit der Arbeit entlang von Geruchsinformationen. Daraus folgt keine eigene, allgemein normierte Kategorie neben dem Spürhund. Auch die englischen Ausdrücke detection dog und sniffer dog erlauben nicht automatisch eine Trennung in statisch und dynamisch arbeitende Hundetypen.

Protokoll und Bewertung

Ein Protokoll hält Aufgabenstellung, Bedingungen, Ablauf und Beobachtungen fest. Eine Bewertung ordnet diese Angaben anhand von Kriterien ein. Beides gehört zusammen, erfüllt aber unterschiedliche Funktionen. Je sauberer diese Ebenen getrennt werden, desto leichter können andere Personen eine Schlussfolgerung nachvollziehen oder eine Rückfrage dazu stellen.

Weiterführende Erklärungen finden Sie im K9-Blog und in der Fachliteratur. Falls ein Begriff in einer konkreten Passage unklar bleibt, nennen Sie über Kontakt bitte die Fundstelle und den betreffenden Ausdruck.